Königin
Die Königinnen sind normalerweise größer als die Arbeiterinnen und sind sofort durch den größeren Thorax (der mittlere Abschnitt des Ameisenkörpers) erkennbar – dies liegt an der Flügelmuskulatur der Königin. Das Abdomen ist normalerweise auch größer als das der Arbeiterinnen, da es ausgeprägte Eierstöcke und Eileiter enthält.
Sobald die Königin beim Hochzeitsflug begattet wurde, wirft sie zurück am Boden in der Regel ihre Flügel ab und sucht sich eine geeignete Stelle für die Koloniegründung. Sobald die Königin eine neue Kolonie gegründet hat, ist ihr alleiniger Job, viele Ameisen zu „produzieren“, seien es Arbeiterinnen, Männchen oder zukünftige Königinnen.
Königinnen leben im Vergleich zu den Arbeiterinnen und Männchen ungemein lange und legen in ihrem Leben Tausende, ja sogar Millionen Eier. Eine Königin der Art Lasius wurde beispielsweise in Gefangenschaft ganze 29 Jahre alt!
Gigolo
Die Männchen spielen nur eine kleine, aber sehr bedeutende Rolle im Leben: Die Befruchtung einer Jungkönigin während des Hochzeitsfluges. Sobald sie diese Aufgabe durchgeführt haben, sterben sie meistens innerhalb weniger Tage nach einem sehr kurzen Leben, das nur einige Wochen oder Monate gedauert hat. Drohnen schlüpfen nur aus unbefruchteten Eiern.
Laushirtin
Ameisen halten sich Rindenläuse, die an Laub- oder Nadelbäumen leben, als „Nutztiere“. Denn sie lieben den nahrhaften, süßen Honigtau, welche die Läuse ausscheiden. Dazu beklopfen und streicheln sie die Läuse an ihrem Hinterleib. Man nennt dies auch „betrillern“. Dann können sie die Läuse melken. Dabei fressen die Hirtinen einen Teil des Honigtaus selbst, den Rest transportieren sie im Vorratsmagen in das Nest. Außerdem beschützen sie die Lauskolonien vor Fraßfeinden, beispielsweise Marienkäfern und ihren gefräßigen Larven. Im Schutze der Ameisen können sich die Rindenläuse schnell vermehren und produzieren mehr Honigtau als die Ameisen einsammeln können. Diesen verspritzen sie in die Umgebung. Von seinem süßen Duft werden Bienen angelockt, welche ihn dann im Bienenstock zu köstlichem Waldhonig verarbeieten.
Jägerin
Die Jägerinnen gehen in einem Umkreis von ca. 50 Metern auf Beutezug. Sie ergreifen dabei alles, was sich bewegt und irgendwie überwältigen lässt. Selbst viel größere Raupen werden mit den kräftigen Mundwerkzeugen gepackt und durch das Ameisengift betäubt. Ein großes Ameisenvolk kann Zehntausende Raupen am Tag erbeuten. Haben sie das Beutetier überwältigt, zernagen sie es und verarbeiten es m Mund zu einem Nahrungsbrei. Den Brei schlucken sie zunächst in ihren Vorratsmagen, danach hinunter in den Hinterleib. Angekommen im Nest wird dieser Brei schließlich wieder hervorgewürgt und an die Ammen übergeben.
Amme
Was wäre ein Ameisenvolk ohne seine fleißigen Ammen? Kaum haben die Königinnen Eier gelegt, werden sie von fleißigen Ammen in die Kinderstuben gebracht. Dort reinigen und wenden sie die Eier und belecken sie mit ihrem Speichel. Dadurch schützen sie die Eier vor dem Austrocknen und kleben sie zu Klumpen zusammen, sodass sie sich leichter transportieren lassen. Nur im Frühjahr legen die Königinnen besondere befruchtete und unbefruchtete Eier, aus denen sich Königinnen und Drohnen – die einzigen Männchen im Ameisenstaat – entwickeln können. Doch dazu müssen sie mit einem speziellen Saft gefüttert werden, den nur die jungen Ammen herstellen können. Später pflegen und füttern sie die Larven, bis sie sich schließlich in einem Kokon verpuppen. Dabei schleppen die Ammen ihre Pflegekinder viele Male im Ameisennest umher, denn in jedem Abschnitt ihrer Entwicklung zur erwachsenen Ameise benötigen sie besondere Temperaturverhältnisse.
Hausmeisterin und Bestatterin
Ameisen sind ausgesprochen saubere Tiere. Stirbt eine Ameise im Nest, wird sie sofort von einer Bestatterin zu einem weit entfernten Ameisenfriedhof geschleppt. Auch Kot und alte Kokons werden von vielen fleißigen Hausmeisterinnen entsorgt. Sie putzen ihre Ameisenschwestern auch, um sie von Milben befreien zu können. Um sich im Winter gegen Krankheitserreger und Parasiten schützen zu können, tragen sie Harzklümpchen in das Nest.
