Wie du siehst sind Ameisen sehr nützliche Tiere. Doch wir Menschen empfinden sie zu Unrecht oftmals als Störenfriede, zum Beispiel, wenn sie von einem Stück Kuchen angelockt werden oder von unserer süßen Limonade naschen wollen. Wir fürchten ihre Ameisensäure, weil sie auf der Haut brennt. Wenn dir das nächste Mal eine Ameise über die Hand krabbelt, bitte töte sie nicht! Bestimmt ist sie gerade auf Wanderschaft, um Futter für ihre Schwestern zu erbeuten, Nistmaterial für den Winterumbau zu sammeln oder um ihr Nest zu verteidigen. Sie meint es nicht böse mit dir.
Erzähle auch deinen Freunden davon, was Ameisen alles können und wie vielen Tieren, Pflanzen und uns Menschen sie helfen. So leistest du einen wichtigen Beitrag zum Schutz dieser faszinierenden, kleinen Krabbeltiere mit dem großen Herzen.
Ameisen als Nahrungsgrundlage
Auch Ameisen werden von anderen Tieren gefressen. Für viele Spechte stellen sie die bevorzugte, in den Wintermonaten manchmal sogar einzige, Nahrungsquelle dar. Dann picken sie Löcher in die oberen Bereiche des Ameisenhaufens. Für die Ameisen gehen solche Raubzüge jedoch meist glimpflich aus, da Sie sich in den unteren Teil des Nestes zur Winterruhe zurückgezogen haben. Doch auch die seltenen Raufußhühner, wozu Auer-, Birk- und Haselhühner gehören, benötigen Ameisen um ihre Küken aufzuziehen. Wildschweine wühlen in den Ameisennestern nach Larven des grün schillernden Rosenkäfers, die dort eine Herberge gefunden haben. Dabei wird das betroffene Nest meistens so stark zerstört, dass das Volk umziehen muss oder – schlimmstenfalls – erfriert.
Ameisen als Gastgeber
Viele Tierarten sind von Ameisen als Gastgeber und Partner abhängig. Zum Beispiel haben die Raupen der Ameisenbläulinge einen speziellen Duft der dem der AmeisenIarven ähnelt. Sie lassen sich von ihren Wirtspflanzen einfach zu Boden faIlen und warten darauf, von einer Ameisenpatrouille eingesammelt und ins Nest geschleppt zu werden, weil diese sie für eine Larve ihres Volks halten. Im Ameisennest wird das “Kuckuckskind“ schließlich von den Ameisen vor gefräßigen Vögeln beschützt und sogar gefüttert. Manchmal fressen die Raupen allerdings auch die Eier und Larven ihrer Gastgeber. Im folgenden Sommer schlüpfen die Jungfalter und verlassen das Ameisennest. Auch viele andere Schmetterlings-, FIiegen- und Käferarten überlisten die Ameisen und lassen ihre Brut von ihnen aufziehen. Ohne Ameisen wären sie nicht überlebensfähig.
