Wohnung der Ameisen

Ameisennester
Ameisennester sind sehr beeindruckende Bauwerke. Durch ihre Ausrichtung zur Sonne sowie ihr dicht verzweigtes, innerliches Netzwerk von Gängen und Hohlräumen, verfügen sie über eine hochwirksame „Klimaanlage“.
Der Kern eines Ameisennestes bildet meist ein morscher Baumstumpf. In ihm legen die Arbeiterinnen ein reich verzweigtes Höhlensystem an, welches ihnen als Wohnraum und Lagerstätte dient. Im Zentrum des Baumstumpfes leben die Königinnen und unterhalb des Strunks liegen die wertvollen Ameiseneier. Dort sind sie gut geschützt, wenn die Nestkuppel von Waldtieren auf Nahrungssuche, zum Beispiel von Wildschweinen, zerstört wird.
Frisch geschlüpfte Larven werden von Ammen in benachbarte Brutkammern gebracht. In diesen Kammern herrschen Temperaturen von bis zu 28°C und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Die ausgewachsenen Larven werden wiederum in Kammern im Inneren des Hügels gebracht, wo es noch wärmer ist. Hier werden sie weiter von den Ammen gepflegt, gefüttert, geputzt und gewendet, bis sie sich schließlich in einen Kokon verpuppen.
Die Puppen benötigen eine trockene Umgebung. Sie werden in die äußeren Bereiche des Hügels getragen. Werden sie nach längeren Regenperioden durchnässt, legen die Ammen sie auf die Oberfläche des Hügels, wo sie in der Sonne trocknen können.
Das Nestbaumaterial wird von den fleißigen Arbeiterinnen oftmals aus großer Entfernung herangeschleppt. Es wird von innen nach außen immer feiner. Somit entstehen im Innern des Ameisenhügels Hohlräume, die von den Ameisen auf die unterschiedlichste Art genutzt werden können. Auf der Außenseite werden in das dichte Geflecht aus Baumnadeln und Zweigen zusätzlich Harzklümpchen eingearbeitet, welche sich durch das Sonnenlicht erwärmen und die anderen Bauteile miteinander verkitten.
Arbeiterinnen sind immerfort damit beschäftigt, die Nestkuppel instand zu halten. Sie reparieren Schadstellen und tauschen feucht gewordenes Nestbaumaterial aus, um zu verhindern, dass sich Schimmelpilze im Ameisennest ausbreiten.
Die feine Erde, die beim Aushub der unterirdischen Gänge unter dem Nest anfällt, verteilen die Arbeiterinnen rings um den Ameisenhügel herum.